13.12.2019

Achtsamkeit – wenn Gedanken und Gefühle belasten

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Achtsamkeit - wenn Gedanken und Gefühle belasten
Achtsamkeit und MBSR in Tübingen und Stuttgart

Du willst raus aus der Grübelschlaufe?

Dann könnte es für dich nützlich sein, diesen Artikel zu lesen. Ich zeige dir, wie du mit deinen Gedanken und Gefühlen so umgehen kannst, dass sie dich nicht mehr belasten. Achtsamkeit ist das Zauberwort dafür.

„Achtsamkeit ist das aufmerksame und unvoreingenommene Beobachten aller Phänomene, um sie wahrzunehmen und zu erfahren, wie sie in Wirklichkeit sind, ohne sie emotional oder intellektuell zu verzerren.“ (Sole-Leris)

Du fragst vielleicht: Können wir wirklich „unvoreingenommen“ wahrnehmen? Verzerren wir die Wirklichkeit nicht grundsätzlich und immer? Emotionen und Gedanken lassen sich ja nicht einfach abschalten.

Richtig. Was also meinen wir genau, wenn wir das fast schon inflationär gebrauchte Wort „Achtsamkeit“ in den Mund nehmen?

Gedanken und Gefühle zeichnen eine innere Landkarte

Das Wichtigste: unsere Emotionen und Gedanken bilden nicht die Wirklichkeit ab, wie sie ist. Was dann? Sie zeigen die Landkarte, mit deren Hilfe wir uns in der Wirklichkeit zurechtfinden. Auf der Landkarte sind nur die bekannten Wege eingetragen. Die sind wir in unserem Leben schon oft gegangen. Wir haben gelernt: tust du das, dann folgt darauf jenes. Bist du z.B. als Kind brav, dann bekommst du Anerkennung. Wir tragen solche Erfahrungen auf der inneren Landkarte unserer Muster und Prägungen ein. Die kennen wir. Die wiederholen sich. Das fühlt sich vertraut an.

Es kann allerdings geschehen, dass wir uns auf einmal nicht mehr zurechtfinden. Wir stellen fest: der Weg, auf dem wir uns gerade befinden, ist gar nicht auf der Landkarte eingetragen. Wir bewegen uns in unbekanntem Gelände. Und jetzt kommen die Gedanken ins Spiel. Sie analysieren die Landkarte und vergleichen sie mit der Wirklichkeit. Dabei stellt sich heraus: dieser Weg ist ja gar nicht eingezeichnet! Was ist nun falsch: die Landkarte oder die Wirklichkeit?

Gedanken halten die Wirklichkeit oft für falsch

Unsere Gedanken plädieren meistens dafür, dass die Wirklichkeit falsch ist, weil sie nicht auf unserer Landkarte steht. Also versuchen wir, die Wirklichkeit so zu verändern, dass sie zur Landkarte passt. Das äußert sich dann als Widerstand, als Kampf gegen die Wirklichkeit. Oder als Flucht. Wir ziehen uns zurück. Oder wir erstarren, wenn gar nichts mehr geht.

Diese drei Reaktionen sind das natürliche Stressprogramm. Es läuft automatisch ab und zwar immer, wenn die Wirklichkeit nicht hält, was unsere Landkarte verspricht. Das ist auch gut so – als akute Reaktion. Auf Dauer aber beeinträchtigt chronischer gewordener Stress unsere Lebensqualität. Das kann zu dem führen, was wir heute als Burnout und Depression kennen. Alle Statistiken sagen, dass solche Stresskrankheiten heute deutlich zunehmen.

Den Gedanken folgen Gefühle

Den Gedanken über die „falsche“ Wirklichkeit folgen die Emotionen auf dem Fuß. Sie warnen. Sie sagen: pass auf, das könnte gefährlich werden. Ärger, Wut, Enttäuschung, Angst und Trauer – alle diese Gefühle entstehen, weil unsere Landkarte den Weg nicht vorsieht, den die Wirklichkeit mit uns geht. Der Pfad ist dort einfach nicht eingetragen. Also fühlen wir uns frustriert, hilflos, ohnmächtig.

Achtsamkeit bedeutet: innehalten und verweilen

Und jetzt kommt das ins Spiel, was wir Achtsamkeit nennen. Denn diese Haltung lässt uns bei dieser Erfahrung verweilen. Bei unserem Frust? Von dem wollen wir doch so schnell wie möglich weg! Stimmt. Und das ist das Problem. Also nicht die Wirklichkeit, sondern die Reaktion darauf.

Achtsam sein bedeutet dann: innehalten, hinschauen, sich dessen bewusst sein, was gerade geschieht. Das ist anspruchsvoll, gewiss. Aber was ist die Alternative? Die Zähne zusammenbeißen und weiter machen wie bisher? Noch eine Schippe drauflegen? Noch mehr kämpfen, flüchten, erstarren? Bis Körper und Seele streiken.

Durch Achtsamkeit ins Offene und Weite

Du siehst: die tägliche Übung der Achtsamkeit macht dir bewusst, auf welche Weise du die Wirklichkeit emotional und intellektuell verzerrst. Das ist menschlich. Und einschränkend. Achtsamkeit führt dich dagegen ins offene Gelände. Sie lässt dich Wege betreten, die auf der inneren Landkarte noch nicht eingezeichnet sind. Mit dem Ergebnis, dass du leichter durchs Leben gehst und flexibler antworten kannst auf unterschiedliche Herausforderungen. Du beschäftigst dich damit, deine innere Landkarte genauer werden zu lassen. Du wirst bald merken wie sich das auswirkt, im persönlichen Leben ebenso wie im Beruf.

Ein MBSR-Kurs – Experiment mit einem anderen Lebensgefühl

Achtsamkeit – das nenne ich gerne ein Experiment mit einem anderen Lebensgefühl. In einem Acht-Wochen-MBSR-Kurs kannst du dich auf dieses Experiment einlassen. Als zertifizierter MBSR-Lehrer bin Mitglied im MBSR-Verband.

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