13.03.2020

Alt werden ohne psychische Probleme

Allgemein

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In diesem Beitrag geht es um dein Alt-Werden ganz ohne psychische Probleme. Du musst dafür nicht deinen Arzt oder Apotheker fragen. Fang hier und jetzt bei dir selbst an. Ich gebe dir aus meiner eigenen Erfahrung heraus ein paar Hinweise.

Niemand wird gerne alt. Aber es trifft uns alle. Wie du dein Alt-Werden meistern kannst, zeigen die folgenden sieben Grundsätze. Wenn du Schwierigkeiten hast,  sie erfolgreich zu leben, unterstütze ich dich gerne persönlich und individuell.


1

Wie du die Angst vor dem Älterwerden hinter dir lässt

Ich stecke selbst mitten drin: jeden Tag werde ich älter. Inzwischen schon stolze 64 Jahre, 8 Monate und 10 Tage, Stand heute. Und morgen ist schon wieder ein Tag mehr dazu gekommen. Kein Wunder macht mir das zu schaffen. Alt werden ohne psychische Probleme?


Schön wär's. Wenn ich meinen Körper betrachte - na ja, er war schon mal hübscher, beweglicher, fitter. Manchmal steige ich unsicher die Treppen hinab. Und dünnhäutiger bin ich auch geworden. 


Alt werden sei nichts für Feiglinge, hat Joachim Fuchsberger mal gesagt. Ich verstehe jetzt, was er meint. Also mutig rein in diesen "letzten" Lebensabschnitt - man weiß ja nie, was danach noch kommt.


Sozialer Rückzug - nur weil ich älter werde? Kommt nicht in Frage. Ich werde alt? Gut, dann will ich es auch werden, jetzt erst recht. Und zwar mitten im Leben.


Womit wir schon beim zweiten Punkt sind, der mir hilft, ohne psychische Probleme alt zu werden:

2

Sei einverstanden damit, alt zu werden

Schließlich gibt es noch kein Mittel dagegen. Also macht es Sinn, diese Tatsache anzuerkennen. Dabei muss ich ja gar nicht alles gut finden, was mit dem Alter auf mich zukommt: Körperliche Schwäche, vielleicht die Altersdepression und wenn's ganz hart kommt: der Tod.


Das alles und noch viel mehr wartet geduldig auf mich, bis ich so weit bin. Und dann? Nehme ich mir vor, einfach "Ja" zum Altwerden zu sagen. Keine Ahnung, ob ich das dann auch tatsächlich tun werde, wenn es so weit ist. Es kann schon sein, dass mich dieses "Ja" viel Überwindung kosten wird.


Aber hier und jetzt geht es mir deutlich besser, wenn ich mir vorstelle, keine psychischen Probleme und Ängste zu kriegen nur weil mit mir etwas geschieht, was das Leben so vorsieht.


Und weißt du was? Wenn es mir hier und heute deutlich besser mit dieser Haltung geht, dann ja auch vielleicht morgen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß. Denn so wie ich heute durchs Leben gehe, so vermutlich auch morgen.


Das führt zu einem dritten Punkt, der mir hilft, die Angst vor dem Älterwerden hinter mir zu lassen: 

3

Lebe heute so wie du morgen leben möchtest

Klingt einfach. Ist es auch. Das sagt auch die Wissenschaft vom Älterwerden. Sie bestätigt uns, dass die Art und Weise, wie wir den gegenwärtigen Moment leben, darüber entscheidet, wie wir den nächsten Moment leben werden. ​Das bedeutet: du hast einen riesengroßen Einfluss darauf, wie du alt wirst. Nämlich genau so, wie du heute lebst.


Meine Mutter - sie ist kürzlich 92 geworden - pflegt zu sagen: Jetzt entscheidest du, wie du alt wirst. Und ich bin auch nicht mehr der Jüngste. Meine Mutter weiß, wovon sie spricht. Sie geht eisern jede Woche einmal in die Sauna, einmal zum Krafttraining und mehrmals in die Stadt. Ihren Haushalt schmeißt sie alleine, nur die Reinigungsfachkraft gönnt sie sich.


Das bewundere ich sehr an ihr. Und frage mich dann hin und wieder, warum ich wider besseres Wissen einen Tick zu nachlässsig mit meinem Körper umgehe. Mir schmeckt es zum Beispiel sehr gut. Das sieht man dann an der Waage und auch mit bloßem Auge.


Aber Moralpredigten nützen nichts. Das weiß ich als Pfarrer. Was dann? Auch das hier nimmt mir die Angst vor dem Älterwerden:

​4

​Bewohne deinen Körper von innen

Den Körper? Diesen alternden Sack? Ja, genau. Denn vielleichst kennst du das: bist du mit deiner Aufmerksamkeit ganz in und bei deinem Körper, machst du dir in dem Moment keinerlei Gedanken über sein Alter.


Im Gegenteil: der Körper fühlt sich ohne diesen Gedanken stets jung und frisch an. Schließlich erlebst du den Körper in diesem Moment zum ersten Mal genau so, wie du ihn jetzt gerade erlebst. Alles ist immer ganz neu. Nichts ist alt.


Das ganze Leben ist im Grund eine einzige Abfolge von frischen Momenten. Deshalb liebe ich das Morgenlied aus dem Gesangbuch so sehr: "All Morgen ist ganz frisch und neu..." Die Fortsetzung überlasse ich dir.


Der kürzlich verstorbene Dichter und Befreiungstheologe Ernesto Cardenal hat einmal gesagt:


Sterben bedeutet nicht aus dem Universum auszuscheiden, sondern sich in diesem tiefer zu verankern. Der Tod stellt eine tiefere Verbindung zu Gott dar.


Wow. Das würde ja bedeuten, dass wir auch nach dem Tod noch frisch sind. Und ja: das Universum behält uns stets in und bei sich. Es formt uns einfach nur um. Es macht aus uns was Neues, Frisches eben.


Das lässt mich nicht nur ohne psychische Probleme alt werden. Ich sehe dem ganzen Projekt darüber hinaus recht neugierig entgegen. Denn:

​5

Das Universum kennt kein Alter


Wie bitte? Aber es ist doch so und so viele Milliarden Jahre alt. Schon richtig. Und auch wieder nicht. Das Universum kennt im Grunde keine Zeit. Denn: was vorher und nachher ist, das kommt immer aus - nun muss ich stammeln - aus dem Urgrund? Aus dem Sein? Aus der göttlichen Gegenwart? Suche dir ein Wort dafür aus, das für dich passt. Mir ist es egal, wie du das nennst.


Wenn du keine Ahnung hast, wovon ich gerade spreche, dann mach dir keinen Kopf daraus. Ich will dir nichts andienen. Ich will eigentlich nur antippen. Vielleicht kennst du ja das, worüber ich gerade meine unzulänglichen Worte verliere, ganz gut aus eigener Erfahrung. Dann kann ich dir eh nichts sagen.


Letztlich liegt hier für mich das Geheimnis für ein gutes Altwerden ohne Angst und psychische Probleme:

​6

Fühle dich im großen Ganzen zu Hause


Es ist arg beschränkt, sich nur auf sich selbst zu beschränken. Viele versuchen das und strengen sich sehr dabei an. Es kostet sie die besten Jahre ihres Lebens. Man sieht ja, was dabei heraus kommt. Ein enges, kleines und altes Leben, aus dem man sich so schnell wie möglich wegwünscht.


Bist du im großen Ganzen zu Hause, kennst du keine Sorge mehr um das, was wir "Ich" zu nennen pflegen. Dieses "Ich", für das ich mich so gerne halte, vergeht. Man legt seine Reste in eine Kiste aus Holz oder verbrennt einfach, was übrig bleibt. Das Corona-Virus, das gerade grassiert, während ich das schreibe, erinnert uns mal wieder an die schlichte Tatsache, dass alles entsteht und dann auch wieder vergeht.


Wenn dem so ist, warum sollte "ich" dann daran festhalten? Ist es dann nicht viel besser, einfach mit dem Leben mitzugehen? Wer bin "ich", dass ich dem Älterwerden mein "Nein" entgegenschleudere? Das macht nur die allergrößten Probleme, die einem beim Älterwerden begegnen können.

​7

Was ist es dir wert, zufrieden alt zu werden?


Frage dich, was es dir wert ist, zufrieden alt zu werden. Wieviel Zeit und auch Geld möchtest du dafür investieren? Und wie hoch sind die Kosten, wenn du das jetzt nicht tust? Was geschieht dann mit deiner Gesundheit, wenn du jetzt nicht handelst? Was bedeutet es für deine Arbeit und deine Beziehungen? Wie hoch wird der Preis sein, den du dann dafür bezahlen musst?


Es ist bestimmt kein Zeichen von Schwäche, sich persönliche und kompetente Unterstützung zu holen, wenn man an irgendeiner Stelle fest steckt. Was die Menschen sagen, die ich in Kursen und einzeln begleitet habe, kannst du hier nachlesen.


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