Folge 26: Wie funktioniert Hypnose?

19.03.2022

Allgemein

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Warum leide ich, obwohl es mir gut geht?

Der Grund könnte sein, dass Sie ein unerkanntes und nicht geheiltes Trauma aus Ihrer Kindheit mit sich herumtragen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie einen hilfreichen Umgang mit frühen traumatischen Erfahrungen in der Kindheit finden:

  • Wie kann ich ein Kindheitstrauma erkennen?
  • Wie lässt es sich verstehen und heilen?

Die Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen hilft dabei sehr. Sie macht deutlich, wie alles, wofür wir uns heute vielleicht verurteilen, zum Zeitpunkt der Entstehung einmal sinnvoll war. Das entspannt und hilft, sich selbst besser zu verstehen und anzunehmen.


Darüber würde ich gerne persönlich sprechen:


Ein unverarbeitetes Kindheitstrauma kann später schwerwiegende Symptome auslösen, wie z.B. Suchtverhalten, Gereiztheit, Aggressivität, Gefühllosigkeit, selbstzerstörerisches Verhalten, Panikattacken bis bin zu Selbsttötungsfantasien. Diese belastenden Symptome deuten viele Betroffene als ihr eigenes persönliches Versagen. Das verstärkt ihr Leid zusätzlich.

Deshalb ist es so wichtig, ein frühes Kindheitstrauma zu erkennen, zu verstehen und zu heilen.


Verstehen statt bekämpfen

Aus der Sicht der Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen gilt es, sich nicht selbst die Schuld für diese Symptome zu geben. Denn alle Reaktionen auf innere und äußere Gefahren waren zur Zeit ihrer Entstehung eine sinnvolle Reaktion des Körpers und der Seele. Wenn Sie das verstehen, können Sie sich den verletzten Anteilen in Ihnen mitfühlend zuwenden. Sie brauchen sie nicht mehr zu bekämpfen.


Beschützende Teile erkennen und verstehen

Es ist hilfreich, sich die inneren Persönlichkeitsanteile wie eigene Lebewesen zu vorzustellen, die zu unserer "inneren Wohngemeinschaft" gehören. Sie freuen sich über unsere bewusste und aktive Zuwendung.

Es lassen sich zwei Arten von inneren Anteilen unterscheiden: beschützende und verletzliche Teile unserer Person. Die Beschützer in uns übernehmen die wichtige Aufgabe, uns funktionieren zu lassen, obwohl es den verletzlichen Teilen in uns gar nicht gut geht.

Beschützer treiben uns z.B. an und fordern Leistung, sie kritisieren uns für Fehler, sie betäuben Schmerz, sie sorgen dafür, dass wir "gefasst" bleiben. So tragen sie dazu bei, dass wir nach traumatischen Erfahrungen noch lange funktionieren. Die Beschützer sorgen dafür, dass die verletzten Teile in uns mit ihren schwierigen Gefühlen möglichst weggesperrt bleiben. Sie lassen uns z.B. "cool" bleiben, obwohl uns eine Bemerkung gerade tief getroffen hat.


Darüber möchte ich mehr erfahren:



Wie Beschützer helfen

Das war früher einmal sehr sinnvoll. Denn als Kinder hatten wir keine andere Chance, etwa auf Vernachlässigung oder emotionale und körperliche Gewalt zu antworten. Wir waren übermächtigen Einflüssen durch Erwachsene ausgeliefert. 

Sorgten die erwachsenen Bezugspersonen für eine unterstützende und vertrauensvolle Atmosphäre, tat das unserer menschlichen Entwicklung sehr gut.

Kam es dagegen zu Vernachlässigung, Liebesentzug oder körperlicher und emotionaler Gewalt, mussten wir uns als Kind möglichst so verhalten, dass wir keinen Anlass dazu gaben. Ein Beschützer in uns kann dann z.B. sagen: "Du musst auf jeden Fall brav sein und tun, was man dir sagt!"

Solche beschützenden Anteile halfen uns dabei, mit bedrohlichen Situationen klar zu kommen und zu überleben.

Wenn wir uns z.B. durch ein „braves“ Verhalten vor aggressiven Übergriffen schützen konnten, hat uns das möglicherweise gerettet.

Ein Kindheitstrauma können Sie viel besser erkennen, verstehen und heilen, wenn Sie diese Zusammenhänge tiefer verstehen.


Wenn Beschützer zum Problem werden

Wenn dieses „Bravsein“ immer wieder hilfreich war, weil nur so die Bedrohung abgewehrt werden konnte, entwickelt sich ein „braver Teil“ in unserer WG, der immer wieder aktiv wird, wenn eine Gefahr droht.

Das Problem: Das Leben ist inzwischen weiter gegangen. Heute ist dieses „Bravsein“ möglicherweise ein Hindernis geworden. Dann nimmt es uns den Mut und hält uns künstlich klein, obwohl wir inzwischen ja groß und keine Kinder mehr sind.


Teile können steckenbleiben

Es kann sein, dass der ursprüngliche beschützende „brave Teil“ steckenblieb und sich nicht weiter entwickeln konnte.

Ist er stark ausgeprägt, wird er immer wieder aktiv, wenn wir etwas erleben was auch nur entfernt an die frühere Situation erinnert.

Dann reagieren wir völlig unverhältnismäßig. Die aktuelle Situation ist nur der Auslöser für ein Verhalten, mit dem wir im Grunde auf alte Ängste reagieren.

Das nennen wir dann eine Gewohnheit oder ein Muster. Das lässt uns immer wieder automatisch wiederholen, was zwar früher hilfreich war, uns heute aber schadet.

Denn es behindert, blockiert und raubt uns die Möglichkeit, auszudrücken und zu leben, was uns eigentlich wichtig ist.

Ein „braver Teil“ lässt uns vielleicht gar nicht erleben, welches Potential in uns steckt. Vor lauter Vorsicht wagen wir es nicht, klar und mutig aufzutreten.


So habe ich das noch nicht gesehen!



Verletzliche Teile sehen und verstehen

Die Beschützer haben uns früher geholfen, mit einer anderen Gruppe unserer inneren WG-Mitglieder klarzukommen. Das sind die verletzlichen Teile.

Sie entstehen, wenn wichtige Bedürfnisse des Kindes, das wir einmal waren, nicht gesehen und nicht gestillt wurden.

Dazu gehört z.B. das Bedürfnis, anerkannt zu werden und einfach so geliebt zu werden, ohne etwas dafür leisten zu müssen.

Konnten wir als Kind das nicht ausreichend erfahren, zogen sich die verletzlichen Teile in uns zurück, bzw. wir verbannten sie in eine Ecke der Seele, damit sie uns mit ihren schmerzlichen Gefühlen nicht überschwemmten.

Deshalb kann man auch die verletzlichen Teile als Verbannte in uns verstehen. Sie sitzen im Kerker eines Dunkels, in das nie ein Licht fiel. Wir verstecken Sie vor uns selbst und vor anderen.


Wenn eine Krise nach Aufmerksamkeit ruft

Passiert dann in unserem Erwachsenenleben etwas Schwieriges und Unvorhergesehenes, dann melden sich plötzlich diese Verbannten. Noch viel deutlicher melden sich dann auch die Beschützer, die sofort versuchen, die schmerzlichen Gefühle der Verbannten mit den bekannten und bewährten Methoden zu betäuben, zu bekämpfen und zu verdrängen.

Das kann durch noch mehr Leistung geschehen, noch mehr Konfliktvermeidung, noch mehr Suchtverhalten. Solange bis nichts mehr geht und wir eine Depression, eine Angststörung oder einen Burnout entwickeln.


Die Beschützer zur Seite bitten

Was kann man dann tun? Als erstes ist es wichtig, sich den Beschützern zuzuwenden und ihnen Wertschätzung dafür zu zeigen, dass sie uns von früh an beschützt und viel für uns getan haben.

Als zweites kann man sie fragen, ob sie bereit sind, einmal etwas zur Seite zu treten, damit Sie sich den verletzlichen Teilen dahinter zuwenden zu können.

Wichtig ist: Wir fragen und bitten die Beschützer, wir fordern nichts! Denn die Arbeit mit unseren inneren WG-Mitgliedern ist zutiefst wohlwollend und wertschätzend.

Sind die Beschützer bereit, locker zu lassen und zur Seite zu treten, stellt sich eine zentrale Frage: Wer bin ich, wenn ich nicht mehr identifiziert bin mit meinen Beschützern?


Das Selbst als unser innerstes Zentrum

Alle spirituellen Weisheitstradtionen kennen die Realität eines offenen und weiten Bewusstseins-Raums in jedem Menschen. Dort ist es still, frei und leer. Keines unserer WG-Mitglieder besetzt uns hier.

In der Arbeit mit den inneren Teilen nennen wir dieses innerste Zentrum das Selbst. Das ist kein weiterer Teil. Es ist der Ort, von dem aus wir den Überblick behalten und uns allen Teilen zuwenden können, die gerade unsere Aufmerksamkeit brauchen.

Gerade weil das Selbst mit keinem unserer Teile identifiziert ist, kann es diese zentrale Aufgabe für uns übernehmen.

Das Selbst hat einige Qualitäten, die uns dabei sehr helfen. Es ist offen, klar, wertschätzend, friedllich, mutig, gelassen und mitfühlend.


Das Selbst in Führung

Übernimmt das Selbst die Führung, merken wir das daran, dass sich diese Qualitäten in uns ausbreiten. Hat uns hingegen ein Teil im Griff, z.B. ein Antreiber oder Kritiker, dann spüren wir, wie es innerlich eng wird.


Beschützende Teile befragen

Wir beginnen die innere Arbeit mit unseren WG-Mitgliedern also damit, dass wir uns zuerst den beschützenden Teilen zuwenden. Sie sind uns am ehesten bewusst und sie verursachen oft das problematische Verhalten, das uns zwar früher genutzt hat, heute aber schadet.

Um die Beschützer näher kennenzulernen und sie zu verstehen, haben sich einige Fragen bewährt, z.B. diese:

  • Wo und wie spüre ich es körperlich, wenn der Beschützer aktiv ist?
  • Stell dir vor, der Beschützer hat eine Gestalt. Wie sieht er aus?
  • Was sagt er?
  • Wie verhält er sich?
  • Wie würdest du ihn nennen? (Das kann gerne ein anschaulicher, fantasievoller Name sein)
  • Was empfindest du diesem Teil gegenüber?
  • Frag mal den Beschützr: Was würde passieren, wenn er sich nicht mehr meldet?

Wir treten also in einen inneren Dialog mit den Mitgliedern unserer WG, zuerst den Beschützern.

Besonders die letzte Frage hilft, den Beitrag des beschützenden Teils zu erkennen. Seine Aktivität zeigt uns, was er für uns leistet und wie sehr er sich dafür ins Zeug legt.


Ich will lernen, diesen inneren Dialog zu führen:



Ein Kindheitstrauma erkennen, verstehen und heilen

Durch dieses wohlwollende und behutsame Vorgehen können sich die beschützenden Teile in uns entspannen. Sie erleben, dass jetzt das Selbst  in Führung geht und die Beschützer entlastet.

Das tut ihnen gut. Jetzt wird es möglich, sich den verletzlichen oder verbannten Teilen zuzuwenden und sie aus dem Selbst heraus mit dem zu versorgen, was ihnen so sehr gefehlt hat. 


Die Arbeit mit den inneren Teilen kann man lernen

Die innere Arbeit mit unseren WG-Mitgliedern ist eine der wirksamsten und innovativsten Methoden der Selbsthilfe und der Persönlichkeitsentwicklung. Wer das lernt und einübt, kann sich selbst viel leichter durch die Herausforderungen und Schwierigkeiten des Lebens begeiten.

Wer in therapeutischer Behandlung ist, kann die Therapie damit unterstützen und abkürzen. Man lernt mit dieser Herangehensweise sich selbst viel besser zu verstehen und zu begleiten.

Genau dabei helfe ich sehr gerne. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Sie ein Kindheitstrauma erkennen, verstehen und heilen, tragen Sie doch einfach einen Gesprächstermin in meinen Kalender ein - unverbindlich und kostenfrei!


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