11.12.2020

Folge 18: Meditation zu Weihnachten

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Meditation zu Weihnachten

Weihnachten im Jahr 2020: Wir feiern das Fest unter außergewöhnlichen Umständen. Ich möchte mich bedanken für die Zusammenarbeit in diesem besonderen Jahr und als kleinen Gruß stelle ich diese Meditation zu Weihnachten hier zur Verfügung und ein paar Gedanken, wie man sich zurücknehmen kann ohne einen Mangel zu spüren.

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Weihnachten 2020 in Einsamkeit?

Durch die Kontaktbeschränkungen ist es vielen Menschen nicht möglich, sich persönlich während der Festtage zu sehen. Manche bedauern das und spüren schmerzlich ein Gefühl, das die Pandemie in den Mittelpunkt rückt: Einsamkeit.

Meine Meditation zu Weihnachten ersetzt natürlich keine Begegnung von Mensch zu Mensch. Sie lädt dazu ein, sich bewusst zu machen, dass wir alle in einem tieferen Sinn einsam sind. Streichen wir die letzten beiden Buchstaben von "einsam", dann bleibt: eins. "Einsame Weihnachten" - das lenkt den Blick auf das Wesentliche dieses Festes:

Die Geburt Gottes in mir

Wo kommt Gott zu Welt, wenn nicht in mir und in diesem Augenblick? Als ich 2012 in einem Gottesdienst sagte, die Weihnachtsgeschichte sei eine "spirituelle Legende", fanden es einige unerhört, so etwas in der Tübinger Stiftskirche zu hören.

Doch was haben wir vom Fest, wenn wir uns an gewohnte Blickwinkel klammern? Dieses Jahr hat ziemlich radikal Schluss gemacht mit liebgewordenen Vorstellungen, wie das Leben sein sollte. Manche betrachten das als "Corona-Diktatur". Sie verstehen nicht, dass uns das Leben selbst in etwas Neues ruft. Dahinter stecken ja nicht irgendwelche böswilligen Leute.

Schauen wir auf das Wesentliche: Sind wir "eins", dann fehlt uns Eins-amen nichts. Da fällt mir auf: Trennt man das Wort so, dann bleibt Eins und Amen. So ist es.

"Könnt ihr mich hören?" – Weihnachten online

Auf dem Tisch steht dampfend die Weihnachtsgans, der Raclettegrill oder vielleicht auch der vegane Nussbraten, Wein und Saft sind eingeschenkt: Das Weihnachtsessen kann losgehen. Fast wie jedes Jahr – mit einem kleinen Unterschied: Opa, Oma, Tante, Onkel und die Cousinen sitzen nicht mit am Tisch, sondern sind per Laptop zugeschaltet.

Was sich vor einem Jahr kaum jemand hätte vorstellen können, ist im Jahr 2020 schon fast selbstverständlich. Videokonferenzen werden nicht nur bei der Arbeit und in der Schule immer normaler, sondern auch im Privaten. Onlinespieleabende oder Videogespräche haben sich bei vielen Menschen in den letzten Monaten als gute Möglichkeit herausgestellt, um trotz Abstand soziale Kontakte zu pflegen. Klar, es ist nicht dasselbe, wie gemeinsam an einem Tisch zu sitzen. Aber für die meisten Menschen ist der digitale Kontakt besser als gar keiner. Weihnachten per Videoschalte zählt zu den meistgenannten Lösungen für das Fest im Jahr 2020. Ich habe in diesem Jahr auch einen mächtigen Digitalisierungsschub erlebt und freue mich riesig darüber. 

Endlich mal wirklich stille Nacht!

Ein Tee, ein Buch, ein Sofa, vielleicht noch ein Spaziergang zwischendurch – einfach Ruhe und den Familientrubel ausfallen lassen. Das ist für einige sogar ein geheimer Wunsch, der endlich einmal in Erfüllung geht.

Ist Weihnachten noch mehr als Kauf- und Glühweinrausch?

Für manche ist Weihnachten ohnehin ein konsumlastiges Ärgernis. Und wahrscheinlich ist die Frage, ob Weihnachten noch mehr als Kauf- und Glühweinrausch ist, nicht ganz unberechtigt. Die Bindung an die christlichen Kirchen, die ja ursprünglich im Mittelpunkt des Weihnachtsfestes stehen, nimmt seit Jahren kontinuierlich ab.

Dass der Grundgedanke von Weihnachten für viele in Vergessenheit gerät, ist für manche auch abseits von Corona ein Grund, Weihnachten eher mit Abstand zu begegnen. Manche lassen es schon seit Jahren ausfallen. Andere freuen sich, dass sie jetzt endlich keine Entschuldigung mehr brauchen, um dem ewig gleichen Ritual um Weihnachtslieder, Klöße, Braten und den obligatorischen Streit unterm Christbaum fernzubleiben.

Das zurückgezogene Weihnachten hat für alle, die im Alleinsein keine Einsamkeit fühlen, kaum Nachteile. Neben der Möglichkeit zum Durchatmen gibt es auch fast keine bessere Gelegenheit, Corona zu entkommen. Wir bekommen zu den Festtagen traurige Spitzenwerte bei den Zahlen der Toten, von denen wir uns verabschieden müssen. 

Weihnachten im kleinen Kreis - Maria und Josef als Modell

Maria und Josef waren zu zweit in "Bethlehems Stall", als Weihnachten seinen Ursprung nahm – ein ziemlich kleiner Kreis sozusagen. Die Hirten hielten sich an die Abstandsregeln. Die Engel waren bestimmt keine Superspreader. Ganz ähnlich – zu zweit, zu dritt oder zu viert – werden viele es auch in diesem Jahr handhaben. Bereits vor den neuen Verordnungen hatten sie beschlossen, Weihnachten nur im engsten Familienkreis zu verbringen. Wichtig für ein sicheres Gelingen des Modells "Maria und Josef" ist allerdings, auf den späteren Besuch der Heiligen 3 Könige zu verzichten.

Meditation zu Weihnachten - Zeit, sich zu besinnen

Jetzt gibt uns der Shutdown Gelegenheit, unabgelenkt von vielen Reizen in und bei uns selbst einzukehren. Die Regierung hat uns die leicht gelockerten Kontaktbeschränkungen zu Weihnachten vermutlich nur "beschert", damit die Leute nicht durchdrehen. Schließlich sind diese Tage in unserem Bewusstsein tief verankert als etwas Besonderes. Aber was genau ist das Besondere dieser Tage? Mein Vorschlag, um dich das erleben zu lassen, geht so:

  • setze dich in Stille hin (10 Minuten)
  • tue nichts
  • sei dir dessen bewusst, dass es dich gibt
  • atme

Dann stehe auf und tue das Nächste. Meine Meditation kann dich vielleicht bei dieser kleinen Übung unterstützen.

Noch zwei Tipps zu Weihnachten:

Tipp 1: Wenn du magst, hör dir meinen Onlinevortrag an: Wie du Zugang zu deinen Gefühlen findest und deinem inneren Ruf folgst. Trage dich hier ein und nimm dir eine Stunde Zeit dafür:

Tipp 2: Vielleicht passt ja auch die Lektüre meines Buches Achtsamkeit für Gefühle zu diesem Weihnachten. Im nächsten Jahr erscheint es auch im Buchhandel.

Frohes Fest!

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