Glossar

Grundbegriffe aus der Sprache der Spiritualität…

… und wie ich sie verwende.

Absolute Realität

Ähnliche und gleichbedeutende Begriffe sind: Sein, Seelengrund, Urgrund, Gott, göttliche Gegenwart. Gemeint ist ein universelles, immerwährendes Feld von unbegrenzten und noch nicht Form gewordenen Möglichkeiten. Sie ist der Urgrund aller Erscheinungen und individueller Erlebnisweisen. Im Menschen zeigt sich die absolute Realität in Form eines individuellen Bewusstseins. In der fließenden seelischen Erfahrung und dem ständigen Wandel der Lebensformen offenbart sich die absolute Realität immer wieder neu. Siehe auch: Sein, Bewusstsein, Alltagsrealität, seelische Realität

Achtsamkeit

ist ein bewusstes Wahrnehmen dessen, was die Wirklichkeit einem gerade zeigt. Achtsamkeit setzt voraus, dass man sich der Erfahrung im gegenwärtigen Augenblick bewusst ist. Man nimmt eine teilnehmend-beobachtende Haltung ein. Achtsamkeit impliziert auch eine Unterscheidung von Beobachter und Beobachtetem, z.B. Ich (Beobachter) nehme eine Rose (Beobachtetes) wahr. Siehe auch: Gewahrsein, rechte Achtsamkeit, Zeuge.

Alltagsrealität

meint unser gewöhnliches Erleben der “äußeren Welt” mit all ihren materiellen “Tatsachen” und Übereinkünften. Dazu gehören auch Prägungen und Muster. Man spricht auch von der “Alltagstrance” und meint damit einen unbewussten Zustand des bloßen Funktionierens. Siehe auch: seelische Realität, absolute Realität.

Antwort

ist Handeln aus der Verbindung mit Essenz. Wir nehmen den Augenblick so an, wie er ist und beziehen uns authentisch darauf, siehe auch Reaktion.

Bewusstsein

ist unsere innerste Natur. Wir unterscheiden zwischen absoluten Bewusstsein, das ein Feld von unbegrenzten Möglichkeiten meint – siehe auch: absolute Realität – und dem relativen Bewusstsein, das die konkreten Bewusstseinsinhalte umfasst.

Inneres Erforschen

ist das Grundwerkzeug zur Desidentifikation von der Persönlichkeit und gleichzeitig das Werkzeug, das uns Zugang zur aktuellen seelischen Essenz ermöglicht. Beim inneren Erforschen beziehen wir uns auf das unmittelbare Erleben, beschreiben es genau und vervollständigen es, indem wir unterschiedliche Wahrnehmungskanäle nutzen.

Basiskonzepte

Alle Grundüberzeugungen, die das Gefühl einer persönlichen Identität erzeugen, z.B. “Ich bin: Mann, Frau, Beruf, Körper, Rolle, Name.” Basiskonzepte bilden die Grundlage für weitere Konzepte der Persönlichkeit. Das Auflösen der Basiskonzepte führt durch eine Phase der Halt- und Orientierungslosigkeit und kann in transpersonale Seinszustände und umfassende Verbundenheit münden.

Desidentifikation

ist die Loslösung bzw. Lockerung der Sichtweisen der Persönlichkeit. Ein Konzept wird wieder als Konzept gesehen und nicht als ausschließliche Wahrheit. Man wird sich dessen bewusst, dass man die Wirklichkeit unter einem bestimmten Blickwinkel wahrnimmt. Dadurch entsteht innerer Raum und Handlungsfreiheit. Die Perspektive wird umfassender. Man ist der Gegenwart verbunden. Siehe auch: Identifikation

Ego

siehe Persönlichkeit

Essenz

ist die Quelle der Lebendigkeit. Essenz ist neu, gegenwärtig, reine Präsenz. Sie ist unkontrollierbar und nicht voraussagbar. Essenz entfaltet sich von selbst, es bedarf keinerlei Anstrengung oder Kontrolle. Essenz beinhaltet ein vollständiges “Ja” zum Leben und zu jeglichem Ausdruck des Lebens. Ich unterscheide zwischen dem essentiellen Sein, das unsere innerste Natur, siehe: absolute Realität, und den essentiellen Qualitäten, dem natürlichen Ausdruck der Essenz in unserer Seele, siehe auch: Wesen

Exilant

ist eine Identität, die mit einem Loch in Verbindung steht. Exilanten sind in der Regel durch bestimmte Manager und der Feuerwehr wie von einer Mauer umringt und kommen daher nur gelegentlich zum Vorschein. Ein häufiger Exilant ist z.B. ein verletztes inneres Kind.

Feuerwehr

wird aktiv, wenn Exilanten auszubrechen drohen, d.H. wenn der Persönlichkeit die Gefahr droht, die Kontrolle zu verlieren. Die Feuerwehr ist eine Form der Abwehr durch Ablenkung oder Suchtverhalten. Ziel der Abwehr ist es, nicht zu spüren.

Funktionales Ich

bedeutet die Ausbildung von Konzepten und Mustern und dient dem Überleben und Funktionieren in der Welt. Das funktionale Ich bleibt im Unterschied zur Persönlichkeit auch nach der Erleuchtung bestehen.

Geist

meint im buddhistischen Sinne das ganze Potential des Bewusstseins mit allen Bewusstseinsinhalten wie Körperempfindungen, Gefühle, Verstand, Sinne und Konzepte. Geist wird im Westen oft gleichbedeutend mit Verstand gebraucht.

Gewahrsein

ist ein Zustand, bei dem die Aufmerksamkeit ganz unmittelbar wird und sich vom Wahrnehmungsobjekt (Ich nehme etwas wahr) zum unmittelbaren Wahrnehmen selbst verschiebt (Da ist Atmen, Hören, Denken, Fühlen). Im Gewahrsein verschwindet das Subjekt der Wahrnehmung und es ist nur noch reines Wahrnehmen da. Die Trennung zwischen Beobachter und Beobachtetem ist aufgehoben, siehe auch Achtsamkeit, Präsenz. Gewahrsein ist der Zugang zu unserer innersten Identität des absoluten Bewusstseins.

Halten

bedeutet, mit dem gegenwärtigen Erleben in Kontakt zu sein und zu bleiben, ohne das automatische Verlangen der Persönlichkeit auszuagieren. Es impliziert ein aufmerksames Betrachten dessen, was gerade geschieht, siehe auch: Nicht -Tun.

Ideal-Ich

ist eine Sonderform des Über-Ich. Es beinhaltet positive Selbstbilder, die die Persönlichkeit anstrebt. Im Ideal-Ich spiegelt sich meist verzerrt das individuelle Potential des Wesens wieder.

Identifikation

ist der Hauptmechanismus der Persönlichkeit. Wir werden eins mit dem Konzept und dieses wird für uns unbewusst zur ausschließlichen Wahrheit. Die Wirkung ist wie in einer Trance: eingeengte Wahrnehmung und mangelnde Handlungsfreiheit, siehe auch: Desidentifikation

Identität