Michael Seibt, Coach, Supervisor, Tübingen, Reutlingen

Grundsätze, an denen ich mich orientiere

 

Wichtige Zusammenhänge lassen sich leichter verstehen, wenn sie nicht abstrakt erörtert, sondern körperlich-emotional erlebt, und erst anschließend mental verarbeitet werden. Diffuse Emotionen oder Einstellungen zeigen sich zuerst im Körper und werden durch das Wahrnehmen von Körperempfindungen ins Bewusstsein gehoben. Mit guter Körperwahrnehmung werden automatische Reaktionen schneller bemerkt und besser reguliert.

Zum Erforschen innerer Prozesse führe ich Achtsamkeit als eine spezifische Form der Aufmerksamkeitslenkung ein. Damit können automatische Abläufe präzise erforscht werden. Durch das Trainieren der Achtsamkeit entwickelt sich ein »innerer Beobachter«, der nicht in automatische Prozesse hineingezogen wird. Dadurch kann eine Person zu ihren Gefühlen und automatisch ablaufenden Denk- und Handlungsmustern innerlich etwas Abstand herstellen und ist weniger damit identifiziert. Sie kann sich selbst und die Wechselwirkungen mit der Umwelt entspannter und genauer wahrnehmen. Das führt auch in schwierigen Situationen zu bewusstem und selbstbestimmtem Handeln.

Sich selbst organisierende Systeme folgen inneren Gesetzmäßigkeiten, an der alle Bestandteile partizipieren. Je besser diese verstanden werden, desto leichter entwickeln sie sich weiter. Ich habe ein tiefes Verständnis über das systemische Zusammenwirken von Persönlichkeitsteilen und das Entstehen von Verhaltensmustern. Die innere Welt einer Person ist von impliziten Sichtweisen, sogenannten Anschauungen, geprägt. Diese bestimmen die Art der Gedanken, Gefühle, Impulse, Strategien – also insgesamt die Automatik der Innenwelt. Werden prägende Anschauungen bewusst und durch neue Erfahrungen erweitert, führt dies von innen heraus zu neuen Verhaltensoptionen.

Mein Umgang mit Menschen und Organisationen geht von der Vernetztheit aller Dinge aus. Wechselwirkungen innerhalb von Menschen, zwischen Menschen und Menschengruppen erschaffen ein Ganzes, in dem alle Teile Einfluss und Bedeutung haben. Ich betrachte Phänomene immer im Kontext der Person mit ihrer Umgebung. Individuelles Verhalten wird im Gesamtbild der Persönlichkeit und ihrer Erfahrungen gesehen.

“Richtig” verlaufende Prozesse erscheinen leicht und mühelos. Aufreibende Widerstände entstehen, wenn ein Kurs gewählt wird, der gegen wichtige Kräfte angeht, die vom Ganzen gebraucht werden. Widerstände haben immer einen Sinn. Dieser Sinn muss verstanden werden, erst kann sich etwas entspannen und der Prozess gut entfalten. Ich lade Sie ein, auf mögliche Barrieren zu achten und sie zu erforschen. Vorbehalte oder Befürchtungen werden ernst genommen und näher erkundet, denn sie enthalten meist wichtige Information zu inneren Dynamiken.