17.12.2019

Meditation – eine Einführung

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Meditation eine Einführung

Meditation: mit welcher Einstellung beginnst du?

Dieser Beitrag ist der erste in einer Reihe von mehreren Beiträgen. Ich möchte dir Hinweise geben, wie du Schritt für Schritt eine eigene Meditationspraxis aufbauen kannst. Ich habe keine schnell umsetzbaren “Tipps” nach dem Muster “Meditation – eine Anleitung in 10 Schritten und dann kannst du perfekt meditieren”. Solche Tipps findest du im Internet zuhauf. Wenn du das suchst, muss ich dich enttäuschen. Meistens musst du dafür auch noch bezahlen und bleibst dann doch nicht bei der Praxis.

Was erwartet dich stattdessen? Ich lade dich zu einem geduldigen und längeren Weg ein. Kommst du mit?

Was ist Meditation?

Meine Antwort: sie ist immer ein wenig mehr als das, was du darüber denkst. Du profitierst von meiner Einführung besonders, wenn du wirklich eine eigene Praxis aufbauen möchtest, zum Beispiel im Rahmen eines MBSR-Kurses – Stressbewältigung durch Achtsamkeit. Deshalb weiß ich vorab keine Definition von Meditation. Es wird sich zeigen, was sie für dich ist.

Konzepte loslassen

Beginne damit, dir zu erlauben, nicht so genau zu wissen, was Meditation ist. Im Zen nennt man das den Anfängergeist. Ein Anfänger weiß nicht und kann unvoreingenommen und neugierig in die Welt schauen.

Ohne dir dessen bewusst zu sein, trägst du viele Ideen und Bilder über Meditation mit dir herum. Du hast schon einiges darüber gehört. Nun willst du es genauer wissen. Deshalb liest du diesen Beitrag oder besuchst einen Kurs. Das bedeutet, du machst dir noch ein paar mehr Gedanken als ohnehin schon. Doch selbst wenn du bestens informiert bist, hast du leider immer noch nicht mit der Meditation begonnen. Deshalb ist die

Erste Regel: fang einfach an

Ganz wichtig ist zu Anfang: entscheide dich für jemand, der dich bei den ersten Schritten zu einer eigenen Meditationspraxis begleitet. Am Anfang werden die Weichen gestellt. Bereits da entscheidet sich, ob du dabei bleibst oder gleich bei den ersten Schwierigkeiten wieder aufgibst. Deshalb ist eine gute Begleitung bei den ersten Schritten so wichtig. Sonst passiert es leicht, dass du dich in deine Erwartungen und Vorstellungen von Meditation verstrickst.

Schaue dir also deine Einstellung und Motivation genauer an, mit der du beginnst.

Hast du eine Vorstellung von Meditation? Verbindest du Erwartungen damit? Gut. Was machst du, wenn die Wirklichkeit deinen Vorstellungen und Erwartungen nicht entspricht? Viele Menschen geben auf, wenn das Konzept von etwas nicht der Wirklichkeit entspricht. Schade. Und auch im Berufsleben nicht gerade weiterführend. Willst du es anders machen, dann beachte die

Zweite Regel: Mache dich frei von Vorstellungen

Wie das Wort bereits sagt: eine Vor-Stellung stellt sich vor etwas. Damit steht die Vorstellung zwischen dir und dem unmittelbaren Erleben. Der zweite Schritt, um dich auf Meditation wirklich einzulassen, ist also: hör auf, dir eine Vorstellung davon zu machen. Vielleicht kennst du das Gebot, sich von Gott kein Bild machen zu sollen. Das gilt auch für die Meditation. Wie kannst du dich von solchen eingrenzenden Bildern frei machen?

Der einfachste Weg ist, sie dir bewusst zu machen. Und damit sind wir schon mitten in der Praxis. Denn Meditation bedeutet: sich dessen bewusst zu sein, was in diesem Moment ist.

Welche Bilder von Meditation hast du?

  • Bedeutet es, still und aufrecht da zu sitzen?
  • Verbindest du mit “still sitzen” vielleicht auch “still halten müssen”?
  • Glaubst du, dass Achtsamkeit Kontrolle bedeutet?
  • Ist es für dich eine Übung? Und was löst das Wort “Übung” bei dir aus?
  • Geht man bei der Meditation mit der Aufmerksamkeit nach innen?
  • Ist es eine heilige Handlung?
  • Wirst du dadurch zu einem besseren Menschen? Besser als andere?
  • Verbindest mit mit Meditation so etwas wie inneren Frieden?
  • Suchst du nach einem ganz besonderen Erlebnis?

Vorstellungen setzen Grenzen

Wie auch immer deine Vorstellungen über Meditation sind – sei dir dessen bewusst, dass sie bedingt sind. Damit ziehen sie auch Grenzen: das eine ist Meditation und das andere nicht. Auf diese Weise erzeugt jede Vorstellung Ablehnung und Anstrengung. Das aber gehört nicht zum Wesen der Meditation.

Anregungen zum Erforschen von Meditation

Die folgenden Fragen kannst du dir alleine stellen. Besser ist es, wenn du dich mit jemand darüber austauschst. Dann probiere einmal Folgendes aus: eine Person erforscht und eine hört zu – ohne sich einzumischen oder zu unterbrechen. Vereinbart eine bestimmte Zeit, z.B. 10 Minuten und dann wechselt die Rollen. Das nenne ich inneres Erforschen. Erforscht diese beiden Fragen:

  • Was verbindest du mit dem Begriff Meditation? Welche Wirkung hat das in dir?
  • Was verbindest du mit “still sitzen”? Was kannst du dadurch nicht in dir zulassen?

Ein Wort zum Beginn jeder Meditation

Sprich in dich hinein: “Ich weiß gar nichts.” Dann widme dich vollkommen neu und unvoreingenommen dem, was dann geschieht.


Fortsetzung folgt

Das war der erste Beitrag in einer Reihe zum Thema Meditation – eine Einführung. Hier eine Übersicht über die ganze Reihe und die folgenden Beiträge:

  1. Mit welcher Vorstellung oder Haltung beginnst du?
  2. Sein-Dürfen
  3. Gegenwärtigsein
  4. Offensein
  5. Lauschen

Persönliche Begleitung

Die Meditationspraxis kann vieles in Bewegung bringen und dich mit tieferen Themen konfrontieren. Dann kann es sinnvoll sein, sich eine persönliche Begleitung zu suchen. Dafür mache ich dir ein Angebot:

Ich biete dir eine psychologisch und spirituell fundierte Begleitung an. Sie beruht auf jahrelanger Erfahrung in der Seelsorge, Weiterbildung zum Meditationsbegleiter, zum Supervisor und Coach DGSv und zum psychologischen Begleiter für inneres Erforschen bei Richard Stiegler. Die Begleitung ist auch online möglich. Mehr Informationen findest du in diesem E-Book.

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Ich verdanke Richard Stiegler viel. Er ist einer meiner wichtigsten Lehrer für Meditation und inneres Erforschen. Außerdem bekomme ich viele Impulse aus der Ridhwan-Arbeit nach A. H. Almaas. Der MBSR-Verband und die Deutsche Gesellschaft für Supervision und Coaching DGSv ist mein Netzwerk.

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