Michael Seibt

Auf die Einstellung kommt es an

MBSR+Coaching

Meine Geschichte mit den Einstellungen

Ich beschäftige mich mit Haltungen und Einstellungen, weil sie in meinem eigenen Leben eine große Rolle spielen. Davon will ich hier erzählen und mich damit vorstellen. Es gibt unterschiedliche Beschreibungen der Haltungen. Diese sechs Beschreibungen gehen auf Martin Permantier zurück. Ich finde sie besonders hilfreich für das berufliche und persönliche Leben.

Ehrlich gesagt: mit dieser Haltung hatte ich – Michael Seibt – anfangs meine Mühe. Als Kind und Jugendlicher war ich darauf bedacht, nicht besonders aufzufallen. Ich zog mich eher zurück und verhielt mich still. Der Vorteil: Konflikten konnte ich so aus dem Weg gehen. Der Nachteil: ich konnte mich schlecht behaupten und durchsetzen. Meine Pubertät verlief sanft.

Später ging ich in eine Gruppe von jungen Erwachsenen, in der sich alles um die Normen und Haltungen der Gruppe drehte. Willig ordnete ich mich ein – und unter. Die Gruppe gab mir Sicherheit. Ich hatte noch kein Gespür für das, was mir selbst wichtig ist. Wichtige Entscheidungen traf ich in dieser konformistischen Haltung. Das wurde mir erst später bewusst.

Im Studium lernte ich andere Welten kennen. Ich begriff, dass meine bisherige Weltsicht sehr eingeschränkt war. Anfangs verunsicherte mich das. Dann erlebte ich es als befreiend, mich durch rationales Denken aus der vermeintlichen Sicherheit konformistischen Denkens zu lösen. Ich stellte kritische Fragen. Das war nicht einfach. Erstmals wurde ich mir meiner Freiheit bewusst.

Ich suchte und fand meinen eigenen Weg. Ich machte Fehler. Es waren meine eigenen. Niemand anderes war für sie verantwortlich. Oft entschied ich anders als meine Umgebung es für richtig hielt. Das brachte mir Kritik ein. Damit hatte ich noch keinen guten Umgang gefunden. Manchmal fühlte ich mich unverstanden. Ich rieb mich an Autoritäten. Das verbrauchte viel Energie.

Mir wurde klar, dass ich in Beziehungen lebte. Meine Sicht unterschied sich oft von der Sicht der Anderen. Ich entdeckte, dass die Wahrheit relativ ist. Sie steckt in der Beziehung. Es war gar nicht mehr nötig, meine Wahrheit als die einzig richtige zu betrachten. Ich erlebte mich als individuell und doch zugleich auf andere bezogen. Manchmal war und ist das anstrengend.

In den letzten Jahren erweiterte sich meine Haltung noch einmal. Mir wurde klar, dass ich mich in einem großen Ganzen bewege, in dem alles zusammenwirkt. Nichts besteht für sich allein. Eine große Hilfe war mir dabei, dass ich Achtsamkeit und Meditation für mich entdeckte. Das ermöglichte es mir, teilnehmend zu beobachten, was vor sich ging. Bisher hatte ich jede Haltung für die jeweils einzig richtige gehalten. Nun wurde mir klar, dass es je nach Lebenslage und Umgebung sehr unterschiedliche Haltungen geben kann und darf. Wichtig ist, sie zu verstehen. So wurde ein Gedanke des Gestalttherapeuten Arnold Beisser zu einem Leitwort für mich:

Was ist darf sein. Und was sein darf kann sich verändern.

 

Die Haltung entscheidet über die Ergebnisse

 

In meiner Arbeit als Supervisor und Coach DGSv, als MBSR-Lehrer und als Pfarrer und Seelsorger steht deshalb die Arbeit mit und an der Haltung im Zentrum. Hier fallen die Entscheidungen. Ändert sich die Lage – und das tut sie heute atemberaubend schnell – brauchen wir neue Antworten. Die kommen aus einer Haltung, die der Lage angemessen ist. Deshalb ist es wichtig, Zugang zu verschiedenen Haltungen zu haben und zwischen ihnen wechseln zu können.

 

Was mich inspiriert

 

  • Die alten spirituellen Traditionen des Ostens aus dem Buddhismus und des Westens aus der christlichen Mystik und Kontemplation,
  • moderne achtsamkeitszentrierte Ansätze und Methoden aus Psychologie, Coaching und Supervision
  • Achtsamkeit, Meditation und das innere Erforschen nach der Essenz-Arbeit der Ridhwan-Schule und der Bewusstheitsschule “Seele und Sein” von Richard Stiegler
  • Der Benediktushof in Holzkirchen bei Würzburg ist für mich ein wichtiger Ort, an den ich mich immer wieder zurückziehe.
 

Was mich qualifiziert

 

  • Von 2010 bis 2018 war ich evangelischer Hochschulpfarrer in Tübingen, seit März 2018 bin ich auf einer halben Pfarrstelle in der Brückenseelsorge an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Reutlingen tätig.
  • 2012-2014 Studium “Spiritualität und Interkulturalität” an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Freiburg bei Prof. Dr. Bernhard Uhde.
  • 2014-2015 Weiterbildung in “Anleitung christlicher Kontemplation” bei Prof. Dr. Simon Peng-Keller.
  • Seit 2016 Ridhwan-Schüler  in einer Gruppe, die sich zweimal im Jahr zum inneren Erforschen im Kloster Schöntal trifft.
  • Seit 2017 zertifizierter MBSR-Lehrer – Stressbewältigung durch Achtsamkeit, ausgebildet am Institut für Achtsamkeit (Leitung: Linda Lehrhaupt)
  • Weiterbildung zum MBCT-Lehrer (Teilnahme)
  • Im Februar 2020: Abschluss der Weiterbildung zum Supervisor  und Coach DGSv an der Universitätsklinik in Tübingen
  • Im Februar 2021 Abschluss der Weiterbildung zum psychologischen Berater und Begleiter für inneres Erforschen bei Richard Stiegler teil.
  • Mitglied im MBSR-MBCT-Verband und in der Deutschen Gesellschaft für Supervision und Coaching e.V.
 

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