Supervision mit Supervisor mit Michael Seibt in 72070 Tübingen und Stuttgart

Achtsamkeit in Unternehmen und Einrichtungen

Achtsamkeit unterstützt bei der Arbeit. Sie trägt dazu bei, bewusst, wahrnehmend und mitfühlend anwesend zu sein bei sich selbst, im Tun und in Beziehungen. Es entsteht Freiheit und ein anderes Verhalten wird möglich.

 

Von Achtsamkeit ist viel die Rede. Für mich ist sie eine innere Haltung und eine tägliche Praxis. Achtsamkeit kann man nur leben und verkörpern. Ihre Wirkungen entfalten sich auf der Grundlage regelmäßiger Praxis und der Bereitschaft, für jede Lebenslage so präsent, wach und offen zu sein wie es gerade möglich ist. Dabei kann es hilfreich sein, sich von einer erfahrenen Person und in einer Gruppe begleiten zu lassen.

Die Aufmerksamkeit ist nicht-wertend auf den gegenwärtigen Augenblick gerichtet. Man nimmt wahr, was ist, und nicht, was sein soll. Achtsamkeit wirkt zunächst desillusionierend, weil man erkennt, wie oft Gedanken und innere Muster gewohnte Trampelpfade abschreiten. Auf diese Weise verfangen wir uns in wenig hilfreichen Strategien und Verhaltensweisen. Wächst die Bewusstheit dafür, entsteht Freiraum um die Inhalte des Denkens und Urteilens. So erfährt man Entlastung und es zeigen sich neue Möglichkeiten. Bei regelmäßiger Achtsamkeitspraxis bildet das Gehirn neue Nervenbahnen und das ganze Potential Ihres Menschseins kann sich mehr und mehr entfalten.

Verbunden mit regelmäßiger Übung werden Sie sich selbst und anderen zunehmend geduldig und mitfühlend begegnen. Die Veränderungen geschehen einfach, ohne dass Sie sich angestrengt darum bemühen. Sie können Ihre körperlichen, geistigen und emotionalen Regungen im Augenblick der Entstehung erkennen. Auf diese Weise sind Sie verbunden mit dem Hier und Jetzt Ihres Lebens und Ihrer Arbeit, können die Vergangenheit beenden und sich von Zukunftssorgen lösen. Oft erfährt man auch einen neuen Zugang zur eigenen Spiritualität. Ohne etwas glauben zu müssen, macht man tiefere Erfahrungen und weiß sich mit dem Wesentlichen des Lebens tief verbunden.

Meine eigene Erfahrung ist, dass mich die bewusste Praxis tiefer mit dem Leben verbunden hat. Sie hilft mir, mich selbst durch schwierige Situationen zu steuern, die Aufmerksamkeit zu lenken, das Bewusstsein offen und weit zu halten und Akzeptanz, Gleichmut und Mitgefühl zu entwickeln. Sie unterstützt die Entfaltung der Persönlichkeit und erweitert meine Möglichkeiten. Ohne regelmäßige Übung hätte ich den Gewinn der Achtsamkeit nicht erleben können. Achtsamkeit ist für mich keine Methode, bestimmte Ergebnisse und Ziele zu erreichen. Sie lässt sich von einem forschenden Anfängergeist leiten, der das Ergebnis noch nicht kennt.

Achtsamkeit ist ein natürlicher Zustand: einfach sein und wahrnehmen, was ist. Warum muss man das üben? Im Alltag stellen sich dieser Haltung viele Hindernisse entgegen. Unsere inneren Geschichten tragen uns fort. Beim Umgang damit haben sich die Atembeobachtung, das kurze Benennen oder Etikettieren von Sinneserfahrungen, Gedanken und Gefühlen und die Körperwahrnehmung in Ruhe und Bewegung bewährt.
Die Übungen münden schließlich in eine geräumige Bewusstheit, die sich nicht an bestimmte Inhalte durch Vorlieben und Abneigungen bindet. Die Praxis kann in Acht-Wochen-MBSR-Kursen zur Stressbewältigung, in anderen Kursformaten oder in einem Einzel-Coaching geübt werden.

“Achtsamkeit bedeutet, auf eine bestimmte Weise aufmerksam zu sein: bewusst, im gegenwärtigen Augenblick und ohne zu werten.”                    Dr. Jon Kabat-Zinn