Michael Seibt, Coach, Supervisor, Tübingen, Reutlingen

Wie ich arbeite

Meine Arbeit gründet auf beruflichen Qualifikationen, jahrelanger Erfahrung in der Seelsorge und auf einer eigenen Meditationspraxis.

 

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Eine achtsame Haltung im Coaching lädt dazu ein, sich annehmend einzulassen auf das, was im Augenblick geschieht. Eine solche Haltung versteht sich in unserer Kultur nicht von selbst. Wir sind stark an Lösungen und an Verbesserungen  interessiert und versuchen, sie durch Analyse und Nachdenken zu erkennen und dann “umzusetzen”.

Beim achtsamen Coaching geht es um etwas Anderes. Lösungen werden erst möglich, wenn wir uns dem gegenwärtigen Erleben wohlwollend und annehmend zuwenden – ohne es sofort ändern zu wollen. So wird es möglich, Unbewusstes und Verdrängtes einzuladen, sich zu zeigen. Sie erkennen einschränkende Prägungen deutlicher, die sie bisher bestimmt haben und gewinnen Freiheit, Neues auszuprobieren, wenn das Alte nicht mehr hilfreich für Sie ist.

Achtsamkeit ist in meinem Coaching nicht nur ein Element neben anderen. Das gesamte Coaching basiert auf Achtsamkeit. Dabei leiten mich körperorientierte Therapieformen wie Hakomi und Focusing, das System der “inneren Familie” mit seiner Aufmerksamkeit für verschiedene Anteile in der eigenen Person und transpersonale Prozessarbeit, die über die Grenzen der Person hinausweist . Alle diese Therapieformen stellen Achtsamkeit in den Mittelpunkt und haben eine möglichst genaue Innenschau auf das eigene Erleben zum Ziel. Sie haben auch im Coaching für mich zentrale Bedeutung.

Bei einem wirksamen Coaching spielt die Beziehung zwischen Klient und Coach eine zentrale Rolle. Aus diesem Grund widme ich mich Ihnen und Ihrem Anliegen mit aufmerksamer Präsenz. Ich lade Sie ein, zu bemerken, was “jetzt” geschieht. In einer neugierigen und mitfühlenden Haltung erforschen wir alles, was zu Ihrem Erleben gehört. Ich denke nicht in Kategorien wie “richtig” oder “falsch”. Ich gehe davon aus, dass alles, was passiert, berechtigt ist und deshalb sein darf. Durch meine Haltung möchte ich Sie einladen, sich selbst ebenso zu begegnen.

Im Gesundheitswesen, das wir gewohnt sind, werden Diagnosen gestellt. Der Arzt weiß als Experte Bescheid darüber, worunter Sie leiden und verordnet eine Therapie. Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten.

Im achtsamen Coaching gehen wir anders vor. Hier geht es darum, immer tiefer dem zu begegnen, was Sie tatsächlich erleben und damit Frieden zu schließen. Mein Know-how beschränkt sich auf das Wie des erforschenden Vorgehens und der Öffnung des Bewusstseins dafür. Es bezieht sich nicht auf das Was der Inhalte und ihrer Bewältigung.

Diese Art des Coachings richtet das Augenmerk darauf, wie Sie sich selbst erkunden und einer größeren Wirklichkeit begegnen können. Was dabei herauskommt, können Sie nur selbst entdecken. Ich hüte mich davor, Bilder und Vorstellungen davon zu haben, wie Sie sein sollten. Und auch Sie können solche Selbstbilder lockern und loslassen.

Diese Haltung führt zu Wertschätzung und Mitgefühl gegenüber allem, was Sie erleben. Das wird anerkannt. Sie verstehen es und können seinen bisherigen Beitrag würdigen. Darüber hinaus wird es Ihnen möglich, mehr Freiheit zu erfahren und nicht mehr hilfreiche Gewohnheiten und Verhaltensmuster zu verabschieden.

Die innere Haltung,  mit der ich Ihnen begegne, möchte ich als “liebende Präsenz” bezeichnen. Sie ist durch folgende Qualitäten gekennzeichnet:

  • wache Gegenwärtigkeit
  • gleichbleibende Akzeptanz gegenüber jeglicher Erfahrung
  • Allparteilichkeit gegenüber allen allen psychischen Anteilen
  • Langsamkeit, Sorgfalt, Genauigkeit
  • der Fokus liegt auf der Selbstorganisation der Innenwelt im gegenwärtigen Moment – nicht auf der Lösung von Problemen
  • ständige Unterstützung Ihres eigenen “inneren Beobachters”
  • anteilnehmende, mitfühlende Neugier, die ein experimentelles Vorgehen unterstützt
  • innere Zentriertheit und Gelassenheit

In Rahmen eines achtsamen Coaching entsteht eine Beobachterperspektive. Man nennt sie den “inneren Beobachter”. Dadurch trennt sich das Erleben in zwei Aspekte: den Beobachter und das Beobachtete. Meistens haben wir den Eindruck, das zu “sein”, was wir erleben. Wir sagen z.B. “Ich bin traurig.” Dann erfahren wir uns als verschmolzen oder identifiziert mit unserem Erleben. In der Beobachterperspektive sagen wir: “Da taucht gerade ein trauriges Gefühl auf.” Dem wenden wir uns mit Interesse und Mitgefühl zu. Auf diese Weise wird es möglich, “Teile” des eigenen Ichs wahrzunehmen, die miteinander in Beziehung stehen, wie in jeder anderen Gruppe oder Familie auch. Man nennt diesen Vorgang auch Disidentifikation. Mit zunehmender Disidentifikation wächst auch die Toleranz gegenüber verschiedenen Erfahrungen. Man kann sie vielleicht sogar mit Humor betrachten.

Ich bin mir dessen bewusst, dass meine eigene achtsame Haltung mir selbst und Ihnen gegenüber entscheidend ist für den Erfolg eines achtsamen Coachings. Es gibt Untersuchungen, die belegen, dass die Person des Coachs oder Begleiters einen entscheidenden Wirkfaktor darstellt. Es geht mir nicht darum, ein paar achtsame “Kniffe” anzuwenden. Die Begegnung mit Ihnen wird mir zu einer starken Einladung an mich selbst, präsent und bewusst zu sein. So entsteht eine gebende und nehmende Beziehung auf Augenhöhe ohne jegliches Expertenwissen. In diesem Sinne wird die Begegnung mit Ihnen auch mich bereichern.

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